In der Hoffnung eine Unterkunft für den Winter zu finden, heftete Heinrich im Dezember vergangenen Jahres einen „Suche“-Zettel an das schwarze Brett eines REWE in Hamburg. Bereits eine Woche später hatte sich sein Leben verändert. Wie eine Sammelaktion für einen Obdachlosen für Furore in den sozialen Netzwerken sorgt. 

Heinrichs Gesuch am schwarzen Brett im REWE

Helfer finden Unterkunft innerhalb einer Woche

Eine Frau fotografierte den Zettel und stellte ihn ins Netz. Es bildete sich die Facebook-Gruppe „Unterstützung für Heinrich“, die innerhalb von sieben Tagen auf über 1.700 Personen anwuchs. Heinrich wurde aufgesucht und seine Situation und sein Anliegen mit ihm besprochen. Er hatte weder eine Unterkunft, noch Papiere oder Kontakt zu seinen Angehörigen. Die Gruppe zögerte nicht lange und startete unter anderem eine Sammelaktion über Leetchi, um Geld für eine Unterkunft zu sammeln. Darüber hinaus gingen Personen mit Heinrich zu “Ärzte ohne Grenzen”, damit er eine medizinische Versorgung bekam. Sie bemühten sich um offizielle Dokumente für Heinrich, manche boten Spenden für Fahrkarten an, andere Kleider oder sogar die Unterbringung in ihrer Ferienwohnung. Eine Mutter mit vier Kindern, die Heinrich nie zuvor begegnet war, bot ihm an, Weihnachten bei ihnen zu verbringen. Heinrich war sehr gerührt, lehnte das großzügige Angebot jedoch ab.

YouTube-Video "Unterstützung für Heinrich"

YouTube-Video “Unterstützung für Heinrich”

Medien haben geholfen

Schnell wurden auch die Medien auf die selbstlose Aktion aufmerksam. Über Heinrich wurde unter anderem in der BILD, im Stern, der Huffington Post und bei Stern TV berichtet. Durch die mediale Aufmerksamkeit wurden Familienangehörige von Heinrich wiedergefunden und er konnte bei Freunden unterkommen, bis ein Hotelzimmer organisiert werden konnte. Mittlerweile lebt Heinrich in einer kleinen Wohnung, die durch eine zweite Sammelaktion bei Leetchi bis zum 8.4. gesichert werden konnte.

Ein Happy-End? 

Ein harter Kern von etwa elf Personen hat sich seit Dezember um Heinrich gekümmert und ist glücklich, dass Heinrich den Winter nicht auf der Straße verbringen musste. Sie recherchieren, suchen, aktivieren und teilen. „Wir haben das wichtigste Ziel für diesen Winter durch die Community gemeinsam erreicht. Jetzt müssen wir schauen, wie es mit Heinrich weitergeht. Ein einfacher Job, eine kleine Wohnung, so dass Heinrich auf eigenen Beinen stehen kann, das wäre toll!“, so Stefan Frei, Gründer der Facebook-Gruppe „Unterstützung für Heinrich“.

YouTube-Video "Unterstützung für Heinrich"

YouTube-Video “Unterstützung für Heinrich”

Auch Leetchi wünscht Heinrich alles Gute!

Hier gelangt ihr zu den Sammelaktionen “Wir sammeln Spenden für Heinrich aus Barmbek” und “Unterstützung für Heinrich Teil 2“.